Auf Takt! Metronome und musikalische Zeit

Vor 200 Jahren kam mit dem Metronom ein Gerät auf dem Markt, mit dem die musikalische Zeit scheinbar messbar wurde. Geschwindigkeitsangaben in der Musik waren nun exakt möglich und viel genauer als Tempowörter wie Adagio, Andante oder Allegro. In jedem Fall veränderte der Siegeszug des Metronoms das Zeit-Gefühl in der Musik nachhaltig: in den Stuben der Komponisten und den Übungszimmern der Musiker ebenso wie in den Konzertsälen und später auch den Aufnahmestudios. Das Metronom wurde in erster Linie zur Verständigung über das Tempo verwendet, aber auch zum Drillen im Musikunterricht – und schliesslich wurde es sogar zur tickenden Richtschnur für die Musik selbst. Diese Geschichte(n) erzählt die Sonderausstellung «Auf Takt!» mit über 175 Metronomen, musikalischen Zeitmessern und Taktgebern aus der Londoner Privatsammlung von Tony Bingham.
Neben diesen Geräten aus dem 18. bis 20. Jahrhundert geht es auch um Themen, die uns alle etwas angehen: die Wirkung von Rhythmus auf den Menschen etwa oder der Einfluss der inneren Uhr auf unser Musikhören oder der takt-volle Umgang miteinander. Auch der geniale und zugleich faszinierend einfache Mechanismus des Metronoms wird hier anschaulich. Taktgeber ganz anderer Art sind die Stäbe der Tambourmajoren und die Taktstöcke der Dirigenten. Ein eigenes Kapitel widmet sich musikalischen Werken, die das Metronom selbst als «Instrument» verwenden. Und ein klingendes Pendel von Lukas Rohner interpretiert das Ausstellungsthema auf ganz besondere Art.
Ein vielfältiges Begleitprogramm mit Konzerten und Vorträgen bildet den Rahmen der Ausstellung. Im Blog zur Ausstellung sprechen Basler Persönlichkeiten über ihre eigenen Erlebnisse mit dem Metronom oder dem Rhythmus im Leben.

Impressum

Gesamtleitung: Martin Kirnbauer
Ausstellungsassistenz: Isabel Münzner
Szenografie/Grafik: Manuela Frey
Sponsorinnen und Sponsoren: Freiwillige Akademische Gesellschaft Basel, Ulrich und Klara Huber-Reber-Stiftung, Wittner GmbH & Co. KG